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Reisebericht Compiegne 2006

Compiegne 2006

Autorin: Maxi

Am 16.03.206 starteten wir zum 9. Mal, um wie jedes Jahr einem „Internationalen Wettkampf“ zu bestreiten. Als Ziel hatten wir in dieser Saison CompiĂ©gne auserkoren, 80 km nördlich von Paris. Wie gewohnt ignorierte Kerstin die vereinbarte Treffpunktzeit und trudelte mit unschuldigem LĂ€cheln als letzte ein.

Nachdem der kleine Bus mit Teamschildern unseres neuen Konterfei „Team Berlin Adult“ ausgestattet war, konnte es losgehen. Zuerst fuhr uns Chris. Den Fahrerwechsel 3 Stunden spĂ€ter verschlief ich schon. Von Hannover aus chauffierte uns Marion, so war das Team komplett unter sich und wurde verstĂ€rkt durch Uta, die mit Kugelbauch uns dieses Mal nicht als LĂ€uferin sondern als Fan begleitete.

14 Stunden spĂ€ter kamen wir bei Sonnenschein im mittelalterlichen Compiegne an und mit polizeilichem Entgegenkommen und Polly Pocket fanden wir unseren Weg durch die schmalen Gassen zu unserem Hotel. Wir genossen unsere Ankunft erstmal mit einem ausfĂŒhrlichen Picknick in der Hotellobby.

WĂ€hrend die Mannschaft die Stadt erkundete, machten sich Katrin und ich auf den Weg, um per Mietwagen die ĂŒbrigen Teammitglieder einzusammeln. Dies sollte sich mehr zu einer Odyssee entwickeln. Die zunĂ€chst angepeilte Adresse der Mietwagenfirma stellte sich schnell als veraltet heraus. Nachdem wir am Plan im Hotel schnell festgestellt hatte, wo wir hin mussten, waren wir jedoch noch kein bisschen schlauer, wie wir dahin kommen sollten. Also ab zur nĂ€chsten Bushaltestelle. Die PlĂ€ne brachten nicht die erhoffte Erleuchtung, also stiegen wir einfach in den nĂ€chsten Bus und hielten der Busfahrerin die angestrebte Adresse unter die Nase. Sie konnte uns nicht weiterhelfen, fragte aber eine Ă€ltere Dame. Innerhalb von 3 Minuten diskutierte der gesamte Bus, wo wir, die kein einziges Wort Französisch verstanden, hin mussten. Es fand sich auch jemand mit der Lösung, der dies der Busfahrerin erklĂ€rte, die ihrerseits in gebrochenem Englisch uns zu verstehen gab, wie wir weiterkamen. Also stiegen wir entsprechend den Instruktionen aus, in den nĂ€chsten Bus ein und standen erneut vor einem Problem. Zwar hatte man uns gesagt, an welcher Station wir aussteigen sollten, aber wie erkannten wir diese? Im ganzen Bus waren nur PlĂ€ne der ĂŒbrigen Buslinien. Unsere Verzweiflung muss man uns angesehen haben, jedenfalls sprach uns ein junger Mann in Deutsch an, ob er uns vielleicht helfen könnte. Gemeinsam legten wir dann fest, nach wie viel Stationen wir am besten aussteigen sollten. Trotz dieser umfangreichen Hilfen stiegen wir 2 Stationen zu frĂŒh aus, so dass wir noch einen Nachmittagsspaziergang einlegen konnten.

Endlich bei Europcar angekommen hĂ€tte es eigentlich nur noch eine Sache von Minuten sein mĂŒssen, bis wir endlich im Auto und auf dem Weg zum Flughafen sein könnten, um unsere bereits wartenden MĂ€dels einzusammeln. Leider hatten wir uns auch damit verrechnet. FĂŒr das Deposit wurden unsere zahlreich mitgebrachten Kreditkarten nicht akzeptiert und wie uns die Schalterfee wenig ĂŒberrascht eröffnete, sei das ausgerechnet mit deutschen Kreditkarten schon hĂ€ufiger vorgekommen. Ohne mit der Wimper zu zucken schickte Sie uns die 2 Busstationen, die wir gerade gekommen waren, zurĂŒck (zu Fuß – auch wenn jede Menge Autos vor der TĂŒr standen und die 4 Damen nicht gerade ausgelastet waren!), um entsprechend Bargeld abzuholen. Da sich keine von uns beiden im Stande sah in Französisch eine Diskussion vom Zaune zu brechen, fĂŒgten wir uns in unser Schicksal.

Nur zwei Stunden spĂ€ter als ursprĂŒnglich geplant,  machten wir uns auf den Weg zum Charles de Gaulle Flughafen, wo wir ohne weitere Schwierigkeiten Susi und Tini einsammelten. Wir kamen gerade noch pĂŒnktlich zum Training zur Eishalle, wo unsere Co-Trainerin Jenny die Truppe bereits auf Trapp brachte. DafĂŒr, dass wir in dieser Saison meistens zu acht statt zu zwölft trainiert hatten, lief das Training erstaunlich gut. WĂ€hrend Marion das Team zum Hotel fuhr, machten sich Susi und ich wieder auf den Weg, diesmal quer durch Paris, um Dana abzuholen. Susis Wunsch, ein bisschen der französischen Landschaft zu sehen, ging prompt in ErfĂŒllung. Beim Schnattern verpassten wir die Autobahnauffahrt und schlĂ€ngelten uns durch die Dunkelheit der Landstraße.

Nachdem im Hotel das gesamte Team um Mitternacht vollstĂ€ndig war, konnten wir FĂŒsiÂŽs Geburtstag gebĂŒrtig mit Kerzen und Kuchen und jeder Menge SĂŒĂŸigkeiten feiern. Sie hat alle Kerzen mit einem Zug ausgepustet – Sport lohnt sich.

Der nĂ€chste Tag begann zu frĂŒh. Zuerst zur Anmeldung in der Eishalle, die mit Susis Französisch Kenntnissen nicht schneller aber dafĂŒr problemlos ĂŒber die BĂŒhne ging. Nach dem gemeinsamen FrĂŒhstĂŒck machte sich die Mannschaft zum Wettkampftraining auf. Dieses lief leider nicht mehr so viel versprechend und zu guter letzt kam einer  der Wettkampfrichter auf uns zu und eröffnete uns, dass unsere KĂŒr zu viele Elemente enthielte. Immerhin konnten wir uns aussuchen, welche gestrichen wurden, aber das munterte uns nicht wirklich auf. Die italienische Mannschaft hatte leider abgesagt, so dass sich unsere Mitstreiter auf ein englisches Team reduzierten.

Nach einem eher dĂŒrftigen Mittag galt es 13 französische Zöpfe in 90 Minuten zu zaubern, um dann Tini, FĂŒsi und Marion zur Auslosung zu fahren. FĂŒsi als unser Geburtstagskind war unsere GlĂŒcksfee und zog die GummibĂ€rchendose mit der Nummer 1. Die nĂ€chste Überraschung wartete auf uns, als wir das Auto zurĂŒckgeben wollten. Obwohl die Schalterfee vom Vortag 17.50 Uhr auf den Unterlagen vermerkt hatte, war das gesamte GelĂ€nde verriegelt und verrammelt. Mehrere Versuche scheiterten, dass Auto dort abzugeben. Inzwischen kannte ich die diversen Wege durch die Einbahnstraßen zwischen unserem Hotel und dem Gewerbegebiet mit der Eishalle und der Autostation innerhalb von nur 24 Stunden auswendig. Nach unzĂ€hligen Telefonaten und mit Hilfe von Susis Sprachkenntnissen ĂŒberzeugten wir unsere Rezeptionistin, bei Europcar anzurufen. Zwei weitere Stunden spĂ€ter hatten wir tatsĂ€chlich so etwas wie eine Lösung gefunden. Wir stĂŒrmten los, um in letzte Minute das Auto in der Nachbarstadt abzugeben. Damit hatten wir zwar noch nicht unsere Barkaution zurĂŒck, aber wir waren das Auto los und hatten alle Papiere beieinander.

Der Stress der letzten Stunden machte sich im Trockentraining bemerkbar. Um 21.51 Uhr absolvierten wir unsere KĂŒr. Unsere Trainerin Angela war zwar physisch nicht anwesend, aber fieberte fĂŒr uns am Telefon mit.

Wir hatten Gelegenheit, unserer Konkurrenz bei ihrer KĂŒr zuzusehen. Neidlos erkannten wir an, dass dieser Mannschaft der erste Platz zukam. Sie strahlten so viel Spaß aus bei dem, was sie auf dem Eis taten, dass wir uns von dieser Entspanntheit ein gutes StĂŒck hĂ€tten abschneiden können. SpĂ€ter kamen wir sehr nett ins GesprĂ€ch und ĂŒberreichten ihnen eine unserer Deutschlandflaggen signiert von allen Teammitgliedern als kleinen Gruß. Unseren 2. Platz feierten wir ausgiebig im Hotel.

Damit ging unser Ausflug schon wieder dem Ende entgegen. Am nÀchsten Morgen blieb noch kurz Zeit, die schöne Altstadt ein wenig zu erkunden und den riesigen Schlosspark und schon ging es wieder Richtung Berlin. Compiégne ist auf jeden Fall eine Reise wert.